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Hilfe für Sri Lanka kommt endlich an

Mit den Spendengeldern der Landkreise Meißen und Bautzen werden mehr als zwei Jahre nach dem Tsunami 20 Häuser für arme Fischer gebaut.

Rund 28 Monate nach der Flutwelle in Südasien müssen Fischer aus den ärmsten Schichten in Sri Lanka noch immer in Notlagern ausharren.
Für voraussichtlich 20 Familien soll sich die Situation im Herbst
endlich verbessern. Sie dürfen in neue Häuser ziehen, die mit Spendengeldern
der Landkreise Meißen und Bautzen errichtet werden. Der erste Spatenstich ist vollzogen. Die Tsunami-Hilfe der beiden Landkreise stand anfangs unter keinem guten Stern. Erst fanden die hiesigen Behörden keine Hilfsorganisation, der sie die insgesamt 200 000 Euro anvertrauen mochten.
Nachdem schließlich auslandserfahrene Humanitäre Hilfe Overath (HHO) ausgewählt war,
verzögerten Behörden in Sri Lanka die Umsetzung des Projekts. Im
vergangenen Herbst drohte sogar beinahe eine Rücküberweisung der
Spenden nach Sachsen.
 

Nachbarn protestieren
Als die HHO auf einem von ihr erworbenen Grundstück mit einer
Feier den Bau beginnen wollte, tauchten plötzlich Nachbarn auf
und protestierten. Angeblich würde ein Bolzplatz der Kinder zerstört,
wenn Fischerhäuser dort gebaut werden. „Wir entdeckten keine
Hinweise auf einen Bolzplatz“, erinnert sich Manfred Müller von der
HHO. Recherchen ergaben, dass die aufgebrachten Nachbarn das
brachliegende Schulgelände offenbar für zwielichtige Geschäfte nutzen
und eine soziale Kontrolle des Areals verhindern wollten. Längere
Diskussionen mit Anwohnern, lokalen Behörden und einem
buddhistischen Mönch blieben ohne Ergebnis. Als der Geistliche für
seine Mühen einen Grabtempel von der HHO finanziert haben
wollte, zogen die Helfer entnervt ab. „Wir wollen nachhaltig helfen
und keine Unruhe schüren“, stellt Müller klar. Die Helfer aus dem
Bergischen Land erwogen damals ernsthaft die Aufgabe ihres Vorhabens.
Das extra für Helfer eingerichtete Partnerschaftsbüro an der
deutschen Botschaft in Colombo bestätigte, dass auch andere Projekte
aus diversen Gründen nicht reibungslos umsetzbar waren.
 

Die HHO startete einen neuen Versuch und hat an anderer Stelle
nun tatsächlich mehr Glück, offenbar auch dank finanzieller Unterstützung
durch das singhalesische Fischereiministerium. Durch die Kofinanzierung können die Gebäude zweistöckig ausgeführt werden.
Ein Kontaktmann kontrolliert an Ort und Stelle die Arbeiten und gibt
die sächsischen Hilfsgelder von einem Treuhandkonto bei einer
deutschen Bank in Sri Lanka nur etappenweise frei. Das soll gewährleisten,
dass keine Spenden in dunklen Kanälen versickern.
 

Kontrolle sichergestellt
Von Zeit zu Zeit reisen Vertreter der HHO auf eigene Kosten nach Sri
Lanka und überprüfen den Baufortschritt. Die Auswahl der späteren
Bewohner soll mithilfe lokaler Behörden und Geistlicher erfolgen,
welche die Bedürftigkeit der Familien besser beurteilen können. Spendenkoordinator Thomas Rösch vom Landratsamt Meißen ist über
den Baubeginn froh. „Wir vertrauen der HHO und lassen uns über
den Fortgang der Arbeiten informieren“, sagt er. Von einem Besuch
vor Ort wird aus Kostengründen aber vorerst abgesehen.

Quelle: Sächsische Zeitung, 20.04.2007