Wollen helfen: Manfred Müller, Norbert Kuhl, Bernhard Schmitz, Günter Hecke von der HHO sowie Andreas Heider (v.l.). |
In spätestens vier Wochen sollen die Bauarbeiten
beginnen: Elf Kilometer nördlich der Stadt Galle sollen auf Initiative
der „Humanitären Hilfe Overath“ (HHO) 35 bis 40 Häuser für
obdachlos gewordene Fischer-Familien entstehen. Auch knapp ein Jahr nach
der Tsunami-Katastrophe in Südostasien litten die Menschen immer noch
Not, sagte Bürgermeister Andreas Heider, der dem Verein bei seinem
Vorhaben „ideelle Unterstützung“ zusagte. Die Fischer gehörten in
der Region zu den „Ärmsten der Armen“.
Federführend bei der Humanitären Hilfe ist Manfred Müller. Schon früher
habe er einen Spendenaufruf für Tsunami-Opfer gestartet, sagte er jetzt
auf einer Pressekonferenz im Overather Rathaus. Der diplomierte
Agraringenieur arbeitete einst für ein Jahr in der Hauptstadt Colombo und
verfügt nach eigenen Angaben noch immer über einen „guten Draht zu den
Entscheidungsträgern“ in Sri Lanka. Schließlich sei das Auswärtige
Amt in Berlin auf sein Engagement aufmerksam geworden, das wiederum einen
Kontakt zur „Servicestelle Partnerschaftsinitiative“ hergestellt habe.
Die Servicestelle - Ansprechpartner für Kommunen oder Vereine, die sich
in den zerstörten Gebieten engagieren wollen - vermittelte an die HHO 200
000 Euro Spendengelder aus den Landkreisen Bautzen und Meißen sowie aus
der Stadt Bautzen. Mittlerweile auch von der Regierung in Sri Lanka und
der deutschen Botschaft abgesegnet wurde das Konzept für die Overather
Wiederaufbauhilfe.
Örtliche Bauunternehmen wollte Müller nicht für den Häuslebau
verpflichten. Er setzt auf die Eigeninitiative der Fischer: „Wir wollen,
dass da wirklich Schweiß fließt“, sagte der 50-Jährige. Finanziert
wird deshalb nur das Baumaterial. Um sicherzustellen, dass die Fischer
tatsächlich mit anpacken, wird mit jedem einzelnen von ihnen ein Vertrag
über die zu erbringende Eigenarbeit abgeschlossen. Die Kontrolle übernehmen
Müller und ein Kontaktmann vor Ort, das Geld soll von der Deutschen Bank
zugeteilt werden. Müller: „Es gibt einen Vorschuss und wenn eine
bestimmte Leistung abgearbeitet wurde, gibt es den nächsten Vorschuss.“
Die 200 000 Euro reichten für 35 bis 40 Häuser. Auf dem am Meer
gelegenen Grundstück sei aber Platz für zahlreiche weitere Gebäude.
Deshalb seien Spenden jederzeit willkommen. Nähere Information erteilt
HHO-Vorsitzender Norbert Kuhl unter 01 70 / 3 50 30 40.
Quelle: Kölner Stadt Anzeiger (www.ksta.de) |