Bosnien / Kroatien Sri Lanka Rumänien Weitere

Home
Nach oben
Chronik
Konzerte
Weihnachtsmarkt
Partner
Verein
Kontakt
Impressum

Ein Panzer für den Frieden

Overather Gruppe und "Weltentminungshilfe" arbeiteten zusammen

Heute wird in dem nordbosnischen Dorf Vidovice ein Panzer eingeweiht. Er ist so etwas wie ein Schwert, das zur "Pflugschar" umgebaut wurde. Der Overather Unternehmer Norbert Kuhl, Mitinitiator dieses Projekts, stellt zusammen mit Kollegen der Weltentminungshilfe (WEH) den Dorfbewohnern das neue Gerät vor. Die Spezialtechnik heißt "Minebreaker". Das Kettenfahrzeug ist ein umgebauter Panzer, der eine Walze vor sich her schiebt. An der Walze sind Meißel angebracht, mit denen die Minen zerschlagen werden. In Bosnien ist dieses Gerät unentbehrlich, wenn man dort wieder leben will.

Der Krieg ist dort seit vier Jahren zwar vorbei, doch immer noch sterben Menschen an Waffen, die unter der Erde lauern. Eine falsche Bewegung bringt sie zur Explosion. Sie töten, verletzen, verstümmeln.

Auch in Vidovice gibt es kilometerlange Minenfelder. Während des Krieges floh die Hälfte der Bevölkerung. Die Savaebene wurde vermint. Inzwischen sind mehr als 1000 Flüchtlinge zurückgekehrt. Mühsam wird das Dorf wieder aufgebaut. Allerdings können Wasser-und Stromleitungen nicht verlegt werden, weil sie durch vermintes Gebiet führen. Die Teerdecken von wichtigen Verbindungs-Strassen bleiben reparaturbedürftig. An den Straßenrändern liegen Minen.

Schon während des Krieges fuhr eine Initiative aus Overath mit Hilfsgütern in das kleine Dorf an der Sava, dem Grenzfluss zu Kroatien. In diesem Jahr feierte die Bosniengruppe ihr "zehntes Jubiläum". Mit elf Lastkraftwagen machten sich die ehrenamtlichen Helfer auf den langen Weg nach Vidovice.

Unter den Hilfsgütern befanden sich Geräte für die Landwirtschaft. Die Dörfer in der Gegend leben hauptsächlich davon. Doch ein Drittel der Felder ist vermint.

Kuhl hatte sich seit drei Jahren dafür eingesetzt, dass die Gegend maschinell entmint wird. In Zusammenarbeit mit der WEH konnte er das Zwei-Millionen-Projekt wahr machen. Rund 250 000 Mark investierte die Bundesregierung. Der Rest kam von der WEH und aus Spendentöpfen. Außerdem finanziert eine Bank in Slowenien die jährlichen Kosten, die sich auf 1,5 Millionen Mark belaufen.

Drei Jahre im Einsatz

Der Minebreaker soll nun innerhalb von drei Jahren drei Millionen Quadratmeter Fläche durchpflügen und die todbringenden Früchte knacken. Das Tagespensum beläuft sich auf 10 000 Quadratmeter, heißt es in der Pressemitteilung der WEH.

Acht Entminer wechseln sich ab. Sie steuern das Fahrzeug, umgeben von Panzerstahl und einer 70 Millimeter dicken Panzerglasscheibe. Den WEH-Arbeitern zur Seite stehen Teamleiter und Supervisoren.

Ein Krankenwagen als Begleiter ist Pflicht. Ohne ihn darf nicht gearbeitet werden. Der Overather Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes reagierte schnell. Kurzerhand schickten Kuhl, Leiter des Ortsverbandes, und seine Mitarbeiter ein voll ausgerüstetes Fahrzeug nach Nordbosnien.

Trotz der bereits geleisteten Hilfe fehlt es aber immer noch an notwendigen Dingen, vor allem im medizinischen Bereich. Deshalb bittet die Bosnienhilfe Overath nach wie vor um Spenden.

Quelle: Kölner Stadt Anzeiger (www.ksta.de)